Definition
Eine Reihe verpflichtender curricularer Bestandteile in einem grundständigen Studiengang, die fachliche Breite, grundlegende Fähigkeiten und gemeinsame Lernergebnisse für alle Studierenden unabhängig von der Fachrichtung sicherstellen sollen.

Prinzip

Prinzip
Sicherstellung von curricularer Breite und übertragbaren Kompetenzen (Schreiben, quantitatives Denken, kritisches Denken, ethisches Urteilsvermögen und grundlegende naturwissenschaftliche Bildung), damit Absolventen eine gemeinsame intellektuelle Grundlage haben.

Demonstration

Demonstration
Eine Hochschule verlangt 30 Leistungspunkte: 6 in Naturwissenschaften, 6 in Sozialwissenschaften, 6 in Geisteswissenschaften, 6 in Kommunikation/Schreiben und 6 in quantitativer oder informatischer Kompetenz; sowohl Ingenieur- als auch Kunststudierende erfüllen dieselbe Verteilung.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Diese Anforderungen als bloßes Abhak-Kriterium zu behandeln, wodurch Studierende die einfachsten oder irrelevantesten Kurse wählen, oder die Stundenanzahl aufzublähen, sodass die Breite in Redundanz verschwindet.

Konsequenz

Konsequenz
Bei richtiger Umsetzung entwickeln Studierende interdisziplinäre Perspektiven, grundlegende methodische Kenntnisse und zivile sowie berufliche Anpassungsfähigkeit, die die fachliche Spezialisierung ergänzen.

Umkehrung

Umkehrung
Ein Curriculum, das Breitenanforderungen eliminiert und ausschließlich auf hochschulspezifische Fachkurse setzt, produziert tief, aber eng ausgebildete Absolventen mit ungleichmäßigen allgemeinen Kompetenzen.

Abgrenzung

Abgrenzung
Gilt hauptsächlich für grundständige Studienprogramme und institutionelle Abschlussanforderungen; ausgenommen sind spezialisierte berufsrechtliche Vorgaben, freiwillige Nebenfächer und nicht anrechenbare außercurriculare Lernformen.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Spannung zwischen Breite (General Education) und Tiefe (Fachspezialisierung): Einige Interessengruppen priorisieren berufsrelevante Tiefe, andere betonen intellektuelle oder bürgerliche Breite.

Synthese

Synthese
Allgemeine Bildungsanforderungen sind die institutionell vorgeschriebene curriculare Ebene, die fachliche Tiefe ausgleicht, indem sie allen Studierenden grundlegende übergreifende Fähigkeiten und Perspektiven vermittelt.