Definition
Der Entwicklungsprozess, durch den Lernende ein Sprachsystem—Phonologie, Wortschatz, Grammatik und pragmatische Verwendung—durch Exposition, Interaktion und Übung internalisieren; im Bildungsbereich bezeichnet er, wie Schülerinnen und Schüler eine Erst- oder Zweitsprache in formellen und informellen Kontexten erwerben.
Prinzip
Prinzip
Erwerb erfolgt durch sinnvolle, verständliche und herausfordernde Input- und Interaktionssituationen; affektive Faktoren, Motivation, kognitive Entwicklung und beständige Verwendungsmöglichkeiten bestimmen Geschwindigkeit und Tiefe des Erwerbs.
Demonstration
Demonstration
Ein Kindergartenkind entwickelt eine muttersprachliche Syntax durch fortlaufende Interaktion zu Hause und in der Gruppe; ein neu zugezogener Jugendlicher gelangt nach anhaltendem sheltered-instruction-Unterricht und strukturierten Interaktionen von Überlebensphrasen zur fachsprachlichen Diskursfähigkeit.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Annahme, Erwerb sei identisch mit explizitem Grammatikunterricht, oder dass bloße Exposition ohne geführte Interaktion und Feedback zu muttersprachlicher Kompetenz führt.
Konsequenz
Konsequenz
Die Sicht auf Erwerb als Prozess führt dazu, Curricula zu entwerfen, die reichhaltigen Input, authentische Kommunikationsgelegenheiten und langfristige Unterstützung priorisieren statt kurzzeitigen Drill.
Umkehrung
Umkehrung
Sprache nur als Folge diskreter Lernitems zu behandeln—Regeln und Listen auswendig zu lernen ohne kommunikativen Kontext—erzeugt deklaratives Wissen ohne kommunikative Kompetenz.
Abgrenzung
Abgrenzung
Bezieht sich auf kognitive und soziale Prozesse des Spracherwerbs bei Lernenden jeden Alters im Bildungsbereich; schließt nichtsprachliche Sozialisationsphänomene aus und ist nicht gleichbedeutend mit allen Lehrmethoden.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Es besteht ein Spannungsverhältnis zwischen ‚Erwerb‘ (implizites, naturalistisches Aufnehmen) und ‚Lernen‘ (explizite Instruktion); in der Praxis interagieren beide Formen.
Synthese
Synthese
Spracherwerb (Bildung) ist der interaktive, input-getriebene Prozess, durch den Lernende kommunikative Kompetenz entwickeln; er sollte die Unterrichtsgestaltung leiten und sinnvolle Exposition, Interaktion und gezielte Vermittlung ausbalancieren.