Definition
Eine formative Lehrtechnik, bei der die Lehrperson konzeptionelle Fragen stellt, Lernende zunächst individuell antworten, dann ihre Begründungen mit Peers diskutieren und anschließend erneut abstimmen, wobei Peer-Diskussionen Fehlvorstellungen aufdecken und beheben.
Prinzip
Prinzip
Begriffliche Veränderung wird gefördert, wenn Lernende ihr Denken artikulieren, konfrontieren und durch strukturierte Peer-Dialoge mit sofortigem Feedback verfeinern, wodurch individuelles Denken in gemeinschaftliche Sinnstiftung überführt wird.
Demonstration
Demonstration
In einer Physikvorlesung stellt die Lehrperson eine multiple-choice-Konzeptfrage, Studierende antworten per Abstimmgerät, diskutieren in Paaren über unterschiedliche Antworten und viele wechseln beim zweiten Abstimmen zur korrekten Wahl.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Triviale Wissensabruffragen zu stellen oder unstrukturierte Plaudereien ohne Rechenschaftspflicht zuzulassen, wodurch Peer-Interaktion zur sozialen Unterhaltung statt zur kognitiven Konfliktlösung wird.
Konsequenz
Konsequenz
Richtig eingesetzt erhöht Peer Instruction das konzeptuelle Verständnis, liefert diagnostische Hinweise für die Lehrperson und fördert aktive Beteiligung; die Wirksamkeit hängt von der Fragequalität und der Moderation ab.
Umkehrung
Umkehrung
Traditionelle Vorlesung Ohne Interaktion: Die Lehrperson erklärt Konzepte und Lernende hören passiv zu, wodurch Gelegenheiten zur Artikulation und gegenseitigen Korrektur reduziert werden.
Abgrenzung
Abgrenzung
Gilt für Unterrichtszyklen Frage–individuelle Antwort–Peer-Diskussion–erneute Antwort; schließt kurzzeitiges Think-Pair-Share ohne Neubewertung, Arbeitsblatt-Kooperationen und summative Tests ohne Feedback aus.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Spannung zum allgemeinen 'Peer Learning': Peer Instruction ist eine lehrergeleitete, fragenzentrierte Routine, die konzeptionellen Konflikt und unmittelbare Neubewertung betont, während Peer Learning breiter und weniger strukturiert sein kann.
Synthese
Synthese
Peer Instruction ist ein kompaktes, fragenbasiertes Verfahren, das kurze, verantwortliche Peer-Gespräche nutzt, um Fehlvorstellungen aufzudecken und zu korrigieren, und formative Momente in messbare konzeptuelle Fortschritte verwandelt, wenn hochwertige Fragestellungen vorhanden sind.